Tag der Seelischen Gesundheit: Seit 17 Jahren begleite ich Menschen durch Krisen. Mein persönlicher Weg vom Vertrieb zur psychologischen Beratung und Kunst.
Manche Krisen verändern unser Leben für immer. Beziehungen zerbrechen, vertraute Sicherheiten verschwinden und plötzlich stellt sich die Frage, wie es überhaupt weitergehen soll. Am Tag der Seelischen Gesundheit blicke ich auf 17 Jahre zurück, in denen ich gelernt habe, wie viel Veränderung in einem Menschen möglich ist. Es ist meine ganz persönliche Geschichte über Arbeit, Krisen, Begegnungen, neue Wege und eine tiefe Dankbarkeit.
Tag der Seelischen Gesundheit – 17 Jahre voller Dankbarkeit
Am 10. Oktober 2009 - dem Tag der Seelischen Gesundheit - begann für mich ein Weg, dessen Bedeutung ich damals noch gar nicht ermessen konnte. Heute, 17 Jahre später, empfinde ich vor allem eines: tiefe Dankbarkeit. Für die Menschen, denen ich begegnen durfte, für das, was ich lernen konnte, und für die Veränderungen, die daraus in meinem eigenen Leben entstanden sind. Das es genau dieser Tag war finde ich besonders faszinierend.
20 Jahre Vertrieb, 25 Jahre Bühne und kaum ein Privatleben
Bevor ich mich der psychologischen Beratung zuwandte, hatte ich bereits ein ausgesprochen arbeitsreiches Leben hinter mir.
20 Jahre war ich als Versicherungsfachwirt (IHK) und Versicherungsmakler tätig. Parallel dazu stand ich damals bereits seit rund 25 Jahren auf Bühnen, organisierte Veranstaltungen und beschäftigte mich mit allem, was zu dieser Welt gehörte.
Ich habe gearbeitet, gearbeitet und noch mehr gearbeitet.
Was Freizeit bedeutete, wusste ich kaum. Urlaub, ein gemütlicher Grillabend im Garten, Zeit mit Freunden oder einfach einmal einen Tag ohne berufliche Verpflichtungen verbringen – das gehörte praktisch nicht zu meinem Leben.
Die Folgen waren erheblich. Viele soziale Kontakte konnte ich gar nicht erst aufbauen. Andere gingen nach kurzer Zeit wieder verloren, weil ich ihnen weder die Zeit noch die Aufmerksamkeit schenkte, die sie verdient hätten.
Auch wirtschaftlich habe ich längst nicht alles richtig gemacht.
Drei große persönliche Krisen prägten diese Jahre. Jede hinterließ Spuren. Die dritte wurde schließlich zum Wendepunkt.
Eine Ausbildung, die mein Leben veränderte
Vor etwas mehr als 17 Jahren wollte ich beruflich zunächst noch einmal im Vertrieb durchstarten. Gleichzeitig begann ich eine Ausbildung, die mir neue Möglichkeiten im Umgang mit Menschen eröffnen sollte.
Doch bereits während dieser ersten Ausbildung veränderte sich etwas Grundlegendes.
Ich spürte, dass ich nicht länger verkaufen wollte.
Was ich dort kennenlernte, empfand ich als menschlich wertvoll, faszinierend und ethisch bedeutsam. Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten, ihre Gedanken und Gefühle besser zu verstehen und gemeinsam neue Möglichkeiten zu entdecken, erschien mir plötzlich sehr viel erfüllender als alles, womit ich zuvor mein Geld verdient hatte.
Und mir wurde bewusst, dass ich dabei möglicherweise selbst noch sehr viel zu lernen hatte.
Vielleicht sogar mehr, als mir damals lieb oder bewusst war.
Eine Freundin, Hypnose und eine unerwartete Begegnung
Wenig später erzählte mir eine liebe Freundin, dass sie eine Hypnose-Ausbildung beginnen würde. Ich fragte, ob ich ebenfalls daran teilnehmen könnte. Das war möglich.
Diese Ausbildung wurde zu einer weiteren beeindruckenden Erfahrung. Die Verbindung aus psychologischen Erkenntnissen, praktischen Übungen und Hypnose eröffnete mir Möglichkeiten, die ich zuvor kaum für denkbar gehalten hatte.
Ich beschäftigte mich intensiv mit den Inhalten, übte viel und wollte möglichst genau verstehen, was dort geschah.
Dann kam mein erster Klient.
Er reiste aus Südfrankreich an. Rund 1.100 Kilometer hatte er für unseren Termin zurückgelegt. Einen Arbeitskollegen brachte er ebenfalls mit, was mich zunächst wenig begeisterte.
Während der Hypnose bat ich ihn, seinen Arm zu heben.
Er tat es.
Erst danach erklärte mir sein Begleiter, dass der Mann querschnittsgelähmt sei und seinen Arm normalerweise nicht bewegen könne.
Ich war tief beeindruckt.
Ich konnte damals nicht medizinisch beurteilen, welche körperlichen Voraussetzungen vorlagen oder wie sich diese Beobachtung erklären ließ. Für mich war es jedoch eine persönliche Erfahrung, die meine Neugier auf die Möglichkeiten menschlicher Wahrnehmung und Veränderung erheblich verstärkte.
Lernen wurde zu einer Leidenschaft
Nach diesem Erlebnis wollte ich immer mehr verstehen. Ich begann weitere Ausbildungen, besuchte Seminare, vertiefte Methoden und beschäftigte mich intensiv mit den unterschiedlichsten Ansätzen. Wer heute meine berufliche Vita betrachtet, könnte die Vielzahl der Ausbildungen für übertrieben halten.
Dabei zeigt sie lediglich einen Ausschnitt dessen, womit ich mich tatsächlich beschäftigt habe. Mich faszinierte diese Vielfalt. Unterschiedliche Menschen benötigen unterschiedliche Zugänge. Was für einen Menschen hilfreich ist, muss für einen anderen noch lange keine passende Lösung sein. Mit zunehmender Erfahrung entwickelte ich deshalb meine eigene Art der Beratung. Ich lernte, genauer zuzuhören, Zusammenhänge zu erkennen, Fragen zu stellen und Menschen Raum für ihre eigenen Erkenntnisse zu geben. Dabei wurde mir eine Überzeugung immer wichtiger.
Ein Ei und die Frage, wo Veränderung beginnt
Ein Bild begleitet mich seit vielen Jahren: Wird ein Ei von außen aufgeschlagen, endet das Leben darin. Wird es von innen aufgebrochen, beginnt neues Leben. Für mich beschreibt dieses Bild einen wesentlichen Gedanken meiner Arbeit.
Ich kann einem Menschen erklären, was ich an seiner Stelle tun würde. Ich kann ihm Ratschläge geben, Entscheidungen nahelegen oder versuchen, ihn von meiner Sichtweise zu überzeugen.
Doch damit ist noch lange keine Veränderung entstanden, die wirklich zu ihm gehört. Menschen müssen ihre eigenen Antworten finden können. Meine Aufgabe sehe ich darin, sie dabei zu unterstützen, Zusammenhänge verständlicher zu machen, neue Perspektiven zu eröffnen und vorhandene Stärken wieder zugänglich werden zu lassen.
Gerade bei einer Trennung, einer Affäre oder einer schweren Beziehungskrise ist das entscheidend. Wer verletzt wurde, möchte Antworten. Wer verlassen wurde, sucht Halt. Wer zwischen Bleiben und Gehen steht, braucht Klarheit. Diese Klarheit lässt sich keinem Menschen von außen verordnen.
Sie kann jedoch wachsen, wenn jemand aufmerksam zuhört, ehrlich nachfragt und genügend Zeit für die wirklichen Fragen mitbringt. Der Tag der Seelischen Gesundheit war doch für solche Erkenntnisse großartig wie ich finde.
Aus Beratung wurde auch Kunst
Im Laufe dieser 17 Jahre entwickelte sich neben meiner beruflichen Tätigkeit zunehmend eine weitere Leidenschaft. Ich begann intensiver zu schreiben und zu zeichnen. Heute sind daraus mehr als 20 Bücher, zahlreiche Zeichnungen und viele weitere kreative Arbeiten entstanden.
Ich darf Bücher schreiben, Lesungen halten, für Menschen zeichnen und persönliche Arbeiten gestalten. Das erfüllt mich mit großer Freude. Denn auch hier geht es letztlich um Menschen. Um ihre Geschichten, ihre Verletzlichkeit, ihre Hoffnungen, ihre Widersprüche und ihre Beziehungen.
Die Erfahrungen aus unzähligen Begegnungen fließen in meine Texte und Zeichnungen ein. Gleichzeitig bereichert mich die künstlerische Arbeit in meiner psychologischen Beratung. Beides ist über die Jahre immer stärker miteinander verwachsen.
Ein Gedanke, der mich dabei besonders begleitet, ist die Bedeutung menschlicher Beziehungen. Auch in der Arbeit von Literatur und Film Großmeister Loriot stand die Gestaltung von Beziehungen auf eine besondere Art im Mittelpunkt, die mich fasziniert hat.
Für mich ist das ein zentraler Bestandteil eines erfüllten Lebens: Wie gehen wir miteinander um? Wie begegnen wir uns, wenn es schwierig wird? Und wie viel Raum geben wir anderen Menschen, wirklich sie selbst zu sein?
Was 17 Jahre psychologische Beratung verändert haben
Wenn ich heute auf meinen früheren Lebensabschnitt zurückblicke, sehe ich einen Menschen, der unglaublich viel gearbeitet und dabei wesentliche Teile des Lebens vernachlässigt hat. Ich sehe Fehlentscheidungen, verlorene Beziehungen und schwere Krisen. Doch ich sehe auch, was daraus entstehen konnte.
Die Beschäftigung mit anderen Menschen hat mir geholfen, mein eigenes Leben anders zu betrachten. Sie hat meine Werte verändert, meinen Blick auf Beziehungen geschärft und mir Möglichkeiten eröffnet, die ich früher überhaupt nicht wahrgenommen hätte.
Ich empfinde es als großes Geschenk, Menschen heute in Situationen begleiten zu dürfen, in denen sie selbst kaum noch einen Ausweg erkennen. Wenn eine Beziehung zerbricht, eine Affäre alles infrage stellt oder die gemeinsame Zukunft plötzlich ungewiss wird, reicht ein oberflächliches Gespräch kaum aus. Deshalb biete ich neben der Paarberatung und psychologischen Beratung auch Intensivberatung an.
Hier steht bereits beim ersten Termin ausreichend Zeit zur Verfügung, um die Situation gründlich zu betrachten, Zusammenhänge zu erkennen und möglichst zügig Klarheit über die nächsten Schritte zu gewinnen. Bei Bedarf können solche Termine mehrere Stunden oder auch mehrere Tage umfassen.
Tag der Seelischen Gesundheit: 17 Jahre, für die ich dankbar bin
Am 10. Oktober 2026, dem Tag der Seelischen Gesundheit, jährt sich mein beruflicher Neubeginn zum 17. Mal. Ich hätte damals niemals gedacht, wohin mich dieser Weg führen würde. Dass aus einer persönlichen Krise eine neue berufliche Aufgabe entstehen könnte. Dass mich die Arbeit mit Menschen so sehr faszinieren würde. Dass daraus Bücher, Zeichnungen, Lesungen und so viele wertvolle Begegnungen erwachsen würden.
Ich bin dankbar für die Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben. Für meine Ausbilder, meine Wegbegleiter, meine Freunde und ganz besonders für die Menschen, die mir ihr Vertrauen geschenkt und mich an ihren persönlichen Geschichten teilhaben lassen haben.
Und ich bin dankbar dafür, dass ich nach 17 Jahren noch immer mit derselben Neugier lernen, schreiben, zeichnen und Menschen begleiten darf. Vielleicht ist das für mich die schönste Erkenntnis dieser ganzen Zeit: Ein Leben kann sich grundlegend verändern, auch wenn man selbst lange Zeit überhaupt nicht daran geglaubt hat.
Und jeder Mensch verdient die Möglichkeit, seinen eigenen Weg zu finden. Jedes Jahr gibt es am 10. Oktober den Tag der Seelischen Gesundheit und jeden Tag kann dein neues Leben beginnen, wenn du es möchtest.
Möchtest du etwas verändern? Melde dich gerne bei mir oder fordere meinen Rückruf an.
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